Offizielle Website der Zeugen Jehovas

Startseite Glaubensansichten Zukunft Medizin Themen Kontakt Publikationen Sprachen
Ein Ehepaar beim Blutzuckermessen

Mit Diabetes leben

Die Rolle der Glukose,
der Bauchspeicheldrüse und des Zuckers

In dieser Reihe:
Diabetes — „der lautlose Tod“
Die Behandlung — eine Herausforderung
Sind auch junge Leute betroffen?
Die Rolle der Glukose, der Bauchspeicheldrüse und des Zuckers
Diabetes kurz erklärt
Wie die Bibel Diabetikern helfen kann

Verwandte Themen:
Wird Fettleibigkeit zu einer „globalen Epidemie“?
Das Glaukom — Wie es die Sehkraft raubt
 

Die Rolle der Glukose

Glukose ist der Energielieferant für die vielen Billionen Zellen des menschlichen Körpers. Doch um in die Zellen zu gelangen, benötigt sie einen „Schlüssel“ namens Insulin, einen Wirkstoff, der von der Bauchspeicheldrüse freigesetzt wird. Hat jemand Typ-1-Diabetes, wird einfach kein Insulin produziert. Bei Typ-2-Diabetes stellt der Körper zwar Insulin her, aber meist zu wenig.* Außerdem nehmen die Zellen kein Insulin auf — ein Zustand, der als Insulinresistenz bezeichnet wird. Beide Formen von Diabetes bewirken das Gleiche: hungrige Zellen und gefährliche Blutzuckerspiegel.

Bei Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem die Insulin produzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Daher wird Typ-1-Diabetes zu den Autoimmunkrankheiten gezählt. Mögliche Auslöser einer Immunreaktion sind unter anderem Viren, giftige Chemikalien und bestimmte Medikamente. Auch die Erbanlagen können eine Rolle spielen, da Typ-1-Diabetes in einigen Familien gehäuft auftritt und vor allem unter Kaukasiern verbreitet ist.

Glukosemolekül Glukosemolekül

Im Fall von Typ-2-Diabetes ist der Einfluss der Gene sogar noch stärker; dieser Diabetes tritt jedoch vor allem bei Nichtkaukasiern auf. Australische Aborigines und die Nachfahren der amerikanischen Ureinwohner sind besonders stark betroffen; bei Letzteren tritt Typ-2-Diabetes häufiger auf als bei jeder anderen Bevölkerungsgruppe. Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen der genetischen Ausstattung und Fettleibigkeit und versuchen zu ermitteln, inwiefern überschüssiges Fett bei genetisch vorbelasteten Menschen die Neigung zur Insulinresistenz fördert.# Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes tritt Typ-2-Diabetes vor allem bei Personen über 40 auf.

 
 

Die Rolle der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist ungefähr so groß wie eine Banane und befindet sich unmittelbar hinter dem Magen. Gemäß dem Buch The Unofficial Guide to Living With Diabetes „vollführt die gesunde Bauchspeicheldrüse pausenlos einen empfindlichen Balanceakt: Sie reagiert auf den im Tagesverlauf ständig schwankenden Blutzuckerspiegel und schüttet jeweils genau die richtige Insulinmenge aus, um diesen gleichmäßig und stabil zu halten“. Das Hormon Insulin wird von B-Zellen in der Bauchspeicheldrüse produziert.

Stellen die B-Zellen zu wenig Insulin her, reichert sich Glukose im Blut an und verursacht Hyperglykämie. Das Gegenteil, der niedrige Blutzuckerspiegel, wird als Hypoglykämie bezeichnet. Die Bauchspeicheldrüse wird von der Leber unterstützt, die überschüssige Glukose in Form von Glykogen speichert und so zur Regulierung des Blutzuckerspiegels beiträgt. Auf Befehl der Bauchspeicheldrüse kann die Leber das Glykogen wieder in Glukose umwandeln und dem Körper zur Verfügung stellen.

 
Ein süßer Nachtisch
 

Die Rolle des Zuckers

Oft denkt man fälschlicherweise, Diabetes komme daher, dass ­jemand zu viel Zucker isst. Die medizinischen Beweise zeigen jedoch, dass das ­Diabetesrisiko bei erblich vorbelasteten Menschen wächst, wenn sie stark zunehmen — unabhängig von ihrem Zuckerkonsum. Dennoch gilt: Zu viel Zucker ist ungesund, da er nur geringen Nährwert hat und zu Übergewicht beiträgt.

Die Vorstellung, Diabetiker hätten krankhaft starke Gelüste auf Zucker, ist ebenfalls falsch. In Wirklichkeit steht ihnen der Sinn nicht mehr und nicht weniger nach Süßigkeiten als anderen. Ein nicht kontrollierter Diabetes kann Hunger verursachen, aber nicht unbedingt auf Zucker. Diabetiker können Süßigkeiten essen, müssen die Zuckeraufnahme jedoch auf ihre Gesamternährung anrechnen.

Neuere Studien zeigen, dass eine besonders fruchtzuckerreiche Ernährung bei Tieren unabhängig vom Körpergewicht zu Insulinresistenz und sogar zu Diabetes führen kann. Fruchtzucker wird aus Obst und aus Gemüse gewonnen.

* Etwa 90 Prozent der Diabetiker haben Typ-2-Diabetes. Früher sprach man in diesem Fall von „nicht insulinabhängigem Diabetes“ oder von „Erwachsenendiabetes“. Diese Bezeichnungen sind allerdings nicht sehr präzise, denn zum einen benötigen bis zu 40 Prozent der Typ-2-Diabetiker dennoch Insulin und zum anderen tritt Typ-2-Diabetes mittlerweile erschreckend häufig auch bei Jugendlichen und sogar bei Kindern auf.

# Als fettleibig gilt in der Regel jemand, dessen Gewicht 20 Prozent oder mehr über seinem Idealgewicht liegt.

 
 
Erschien im Erwachet!  vom 8. Mai 2003 ObenVorheriger ArtikelNächster Artikel

Startseite | Glaubensansichten | Zukunft | Medizin | Themen | Kontakt | Publikationen | Sprachen | Index

Glucose molecule
Courtesy: Pacific Northwest National Laboratory

Copyright © 2005 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania. All rights reserved.